Der zweite monumentale Bronzeguss,
den Bischof Bernward in Auftrag gab, ist die
Christussäule, die um 1020 zu datieren
ist.
Dieses Bildwerk aus Erz war allerdings nicht
für den Dom, sondern für den Ostchor
von Sankt Michael bestimmt. Hier stand die
Säule bis zum 18. Jahrhundert.
Um sie vor dem Schmelzofen zu bewahren, wurde
die Säule 1810 von historisch interessierten
Bürgern als mittelalterliches Kunstdenkmal
auf dem Domhof aufgestellt und von dort schließlich
aus konservatorischen Gründen Ende des
19. Jahrhunderts in den Dom überführt.
Nach dem Vorbild der römischen Siegessäule
des Kaisers Trajan zeigt die Säule auf
ihrem spiralig aufsteigenden Reliefband vierundzwanzig
Szenen aus dem Leben Jesu.
Die Bilderzählung beginnt mit der Taufe
Jesu im Jordan. Es schließen sich Szenen
des öffentlichen Wirkens Jesu, vor allem
Wundertaten, an. Den Schlusspunkt bildet der
triumphale Einzug des Messias in die Stadt
Jerusalem.
Das heutige Kapitell ist eine freie Nachbildung
des 19. Jahrhunderts.
Die Bekrönung bildete ursprünglich
ein Kreuz, das schon 1544 eingeschmolzen wurde.
An der Basis der Säule knien die Verkörperungen
der vier Paradiesflüsse, die Wasser aus
ihren Urnen in die vier Himmelsrichtungen
ausschütten.
Im Rahmen der Domsanierung ist die Christussäule vom Dom in die Michaeliskirche umgezogen und somit an ihren ersten Standort zurückgekehrt |
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