Die St. Michaelis-Kirche ist ein
Paradebeispiel ottonischer Baukunst.
Die ottonische Baukunst zeichnet sich durch großzügig
angelegte Baukörper aus, die in der Tradition
frühchristlicher Vorbilder stehen.
Die Monumentalität des Innenraums ottonischer
Kirchen steht auch im Zusammenhang mit der Tatsache,
dass bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts am holzgedeckten
Mittelschiff festgehalten und nur die Seitenschiffe
überwölbt wurden.
Dazu kommt die Betonung der Flächigkeit der
Wand und eine bevorzugte Verwendung von Säulen
und rechteckigen Pfeilern. Der bekannte, für
den romanischen Baustil bedeutende sogenannte „niedersächsische
Stützwechsel“ geht auf die Idee Bischof
Bernwards zurück, der diesen Stützwechsel
in dem Bau der St. Michaeliskirche erstmals realisierte.
Das flachgedeckte Langhaus der Michaeliskirche wird
durch diesen Stützwechsel in drei Joche gegliedert.
Der Wandaufbau ist zweizonig: Über der Arkadenzone
liegen in Dachhöhe die Fensteröffnungen.
Ebenso charakteristisch für die ottonische
Bauweise ist die Weiterentwicklung des Ost- und des
Westchores, wie sie in St. Michaelis vorliegt.
An das dreischiffige Langhaus fügen sich im
Osten und Westen analog gestaltete Querhäuser
mit einem Vierungsturm an.
St. Michael ist eines der frühesten Bauwerke
mit einer ausgeschiedenen Vierung. |
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